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Standortregister: Gentechnik-Pflanzen nicht korrekt eingetragen

Der Anbau von Gentechnik-Mais ist in Deutschland verboten. Trotzdem planen einige Landwirte den Anbau und meldeten ihn vorsorglich an. Langsam läuft die Anmeldefrist jedoch aus. Denn drei Monate vor Aussaat muss der Anbau beim Bundesamt für Verbraucherschutz (BVL) gemeldet werden und der Frühling und somit auch die Anbausaison nahen. Doch solange kein Urteil im Hauptsacheverfahren um das Anbau-Verbot gefällt ist, bleibt der Gentechnik-Mais verboten.

Wie Greenpeace heute berichtet sind einige der MON 810-Anbau-Flächen im Standortregister fehlerhaft eingetragen worden. Bei sechs von 24 angemeldeten Flächen in Bayern, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern stimmt entweder die Größe oder der Standort der Flächen nicht. Einige der Fehler sind auf Landwirte zurückzuführen, die im Moment Schadensersatz vom BVL fordern, weil sie letztes Jahr keinen Gentechnik-Mais anbauen durften. Sie halten das vom BVL verhängte MON 810-Anbau-Verbot für rechtswidrig. Sie hätten damals ihre Flächen ordnungsgemäß angemeldet - im Gegensatz zu diesem Jahr. Interessant ist auch die vorsorgliche Anmeldung der Gentechnik-Kartoffel. Während in den letzten Jahren der Anbau der "Amflora" unter Versuchsanbau lieft, wurde dieses Jahr ganz optimistisch ein kommerzieller Anbau angemeldet - für den Fall, dass die EU den Anbau noch rechtzeitig zulässt. Die Hektar-Anzahl fällt weniger optimistisch aus: Lediglich auf 20ha soll die Kartoffel ausgebracht werden. Dabei wäre mehr Anbau möglich. Denn letztes Jahr wurden auf den Versuchsflächen ausreichend Kartoffeln produziert, um dieses Jahr ca. 300ha zu bestellen.

Quelle:Informationdienst Gentechnik

Schwänzeltanz entzaubert

Jedes Schulkind lernt, dass Bienen sich durch Tanzen verständigen. Doch die Insekten verstehen den Hüftschwung vermutlich gar nicht - oder er lässt sie schlicht kalt.


Teil 1: von Katrin Blawat Quelle:(SZ vom 02.12.2009/beu)

Anfangs lachte der junge Zoologe Karl von Frisch nur über die merkwürdigen Wackelbewegungen seiner Bienen. Er lud befreundete Imker ein, und zusammen vergnügten sie sich ganze Sommertage lang damit, diesen "Scherz der Bienen" zu beobachten. 1923 notierte Frisch in den Zoologischen Jahrbüchern: "Ich behaupte, dass auch die Bienen, wenn der Stock in gutem Zustand ist, gewisse Lustbarkeiten und Freuden unter sich haben, dass sie sogar zuweilen einen gewissen Tanz anstellen." Ein halbes Jahrhundert später erhielt Frisch den Nobelpreis unter anderem für die Erforschung des Schwänzeltanzes.

Der Biologe hatte mehrfach beobachtet, wie plötzlich ein ganzer Schwarm Bienen an einem ergiebigen Futterplatz auftauchte, den kurz zuvor eine einzelne Biene entdeckt hatte. Mit Hilfe des Schwänzeltanzes informiert eine Biene ihre Artgenossen im Stock über die exakte Position der Futterquelle und die Entfernung dorthin, war Frisch schließlich überzeugt. Die anderen Bienen beobachten die Choreographie, entschlüsseln die darin codierten Informationen und steuern dann zielsicher den Futterplatz an. Jedes Schulkind lernt seitdem etwas über diese Kommunikationsleistung der Bienen.Nun gerät das Dogma vom unmissverständlichen Schwänzeltanz in die Kritik. Immer selbstbewusster greifen Wissenschaftler die These an. "Wir haben untersucht, ob Bienen allein anhand der Informationen aus dem Schwänzeltanz eine einzelne, nicht duftende Futterquelle finden können. Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass dies nicht der Fall ist", schreibt der Würzburger Bienenforscher Jürgen Tautz.In einem Versuch seines Kollegen Christoph Grüter von der University of Sussex flogen 93 Prozent der Bienen, die eine tanzende Artgenossin beobachtet hatten, zu einem Futterplatz, den sie selbst noch von früheren Ausflügen kannten - unabhängig vom Tanz der Biene. Deutlicher kann man Informationen nicht ignorieren. Andere Bienen verfolgten zwar bis zu 50 Tanzrunden, fanden aber überhaupt kein Futter. "Neuere Studien, aber auch Experimente aus den späten sechziger Jahren legen nahe, dass die Bedeutung der Ortsangaben im Schwänzeltanz überschätzt wird", resümiert Grüter.

In einer dieser jahrzehntealten Untersuchungen stellte Dietrich Mautz von der Goethe-Universität in Frankfurt fest, dass nicht einmal ein Drittel der Bienen, die einen Schwänzeltanz verfolgt hatten, am Futterplatz ankam. Selbst Tiere, die den Pollen fanden, brauchten für 100 Meter knapp vier Minuten - zielstrebige Bienen schaffen diese Strecke in zehn Sekunden. Wer kann da noch sicher sein, dass nicht der Zufall die Bienen zum Futter geleitet hatte?

"Es ist vorstellbar, dass manche Menschen diese Dinge nicht glauben werden"

Teil 2: von Katrin Blawat Quelle:(SZ vom 02.12.2009/beu)

Der Tanz einer Biene, die nach erfolgreicher Futtersuche in den Stock zurückkehrt, besteht aus mehreren Abschnitten. In der Schwänzelphase lässt die Biene ihren Hinterleib seitwärts vibrieren, bis zu 15-mal pro Sekunde. Dann läuft sie eine kreisförmige Strecke und beginnt von neuem mit der Schwänzelphase; so kann es mehrere Minuten lang gehen.

Die Schwänzelphase enthält, so beschreibt es Frisch, zwei Informationen über die Lage des Futterplatzes: Die Richtung übermittelt die Biene, indem sie ihren Körper relativ zur Sonne so ausrichtet, dass der entstehende Winkel den Winkel zur Futterquelle wiedergibt. Die Entfernung zum Stock ist durch die Dauer des Tanzes codiert, als Richtwert gelten 75 Millisekunden Schwänzelphase pro 100 Meter Entfernung. Nach fünf bis sechs Schwänzelphasen wüssten auch unerfahrene Bienen genau, wohin und wie lange sie fliegen müssen und machten sich sofort zum Futterplatz auf, erklärte Karl von Frisch in seiner Rede nach der Verleihung des Nobelpreises 1973.

"Ich selbst hatte zu Beginn Zweifel"

Nur wenige Redeminuten später räumte er jedoch ein: "Es ist vorstellbar, dass manche Menschen diese Dinge nicht glauben werden. Ich selbst hatte zu Beginn Zweifel." Tatsächlich hatte Frisch 50 Jahre vor der Preisverleihung in seiner Schrift "Über die Sprache der Bienen" noch wesentlich vorsichtiger formuliert: "Die Bienen, die auf die Tänze hin ausfliegen, suchen das Gelände nach allen Richtungen ab, wahrscheinlich im Bereich des ganzen Flugkreises." Adrian Wenner von der University of California in Santa Barbara gilt als der entschiedenste Kritiker Frischs. Für ihn sind die frühen Notizen des Nobelpreisträgers ein Beleg dafür, dass sich die Idee einer Tanzsprache allein deshalb durchsetzen konnte, weil sie die Menschen so faszinierte. "Die exotische These akzeptierte man schnell, dabei bestätigte sie sich nicht in experimentellen Tests." Vielmehr hätten die Vertreter der Tanzsprache-Hypothese Ergebnisse ignoriert, die nicht in ihr Konzept gepasst hätten. Auch Jürgen Tautz, Leiter der Würzburger Beegroup, erklärt: "Die Idee, dass Insekten derart abstrakt kommunizieren können, hat Philosophen und Linguisten einfach begeistert. Bis dahin hatte man dies nur dem Menschen zugetraut."

Frisch habe sich von einigen seiner Beobachtungen in die Irre führen lassen, sagt Tautz - und schlicht nicht mehr zurückrudern können, als andere seine Idee einer Tanzsprache begeistert aufgegriffen hatten.

Viele heutige Bienenforscher sehen im Schwänzeltanz hingegen vor allem einen Appell: ",An alle im Stock: Schwärmt aus, irgendwo dort hinten gibt es Futter!' - so etwa könnte die Botschaft des Schwänzeltanzes lauten", sagt Tautz. Motivierend wirken dabei mehrere Aspekte. Spüren die Bienen die Vibrationen ihrer aufgeregt herumhüpfenden Artgenossin und die durch das Tanzen erhöhte Innentemperatur, schwärmen sie folgsam hinaus zur Futtersuche - manchmal.

Doch wohin und wie weit sie fliegen müssen, dazu macht der Schwänzeltanz nur unzuverlässige Angaben. Tautz ließ Bienen in einem dunklen, engen Tunnel Pollen sammeln, elf Meter vom Stock entfernt. Nach ihrer Rückkehr tanzten die Bienen im Schnitt 358 Millisekunden lang - und die meisten nachfolgenden Bienen flogen in Richtung eines Futterplatzes, den der Forscher 70 Meter vom Stock entfernt aufgestellt hatte. "Der Kilometerzähler der Bienen funktioniert nicht absolut, sondern je nach Beschaffenheit der Landschaft unterschiedlich. Der Schwänzeltanz gibt die Anzahl der Bilder wieder, die während des Flugs am Bienenauge vorbeigezogen sind", folgert Tautz aus seinen Ergebnissen.

Warum sind die Bienen noch nicht verhungert?

Teil 3: von Katrin Blawat Quelle:(SZ vom 02.12.2009/beu)

Eine einheitliche Eichkurve zwischen Schwänzeldauer und Entfernung sei deshalb sehr unzuverlässig. Zudem werden die Referenzwerte mit zunehmender Entfernung immer ungenauer. "Für Strecken bis 100 Meter mag der Schwänzeltanz eine gewisse Entfernungsinformation enthalten", sagt Tautz. Für solch kurze Wege aber braucht keine Biene einen Wegweiser. Futtersuchende Honigbienen fliegen jedoch bis zu zehn Kilometer weit, und dann nützt ihnen der Schwänzeltanz gar nichts.
Bleibt die Frage, warum noch nicht alle Bienen verhungert sind, wenn der Schwänzeltanz derart un- oder missverständlich ist. "Wenn die Futterquelle ein Rapsfeld ist, kann die Information ruhig schlampig sein", sagt Tautz. Sobald die Bienen den Stock verlassen, finden sie den Pollen schon irgendwann. Außerdem lernen die Insekten mit der Zeit, wo es sich im Umfeld ihres Stocks zu suchen lohnt. Persönliche Vorlieben für bestimmte Futterplätze sind dann entscheidender als die vagen Angaben einer tanzenden Artgenossin. Die im Schwänzeltanz verschlüsselten Informationen dienten allenfalls als "Back-up", sagt auch Bienenforscher Grüter.
Von Düften - der einzigen Orientierungshilfe, die auch der Frisch-Kritiker Adrian Wenner anerkennt - lassen sich Bienen hingegen recht stark beeinflussen. Kehrt eine Biene von einem Futterplatz in den Stock zurück, bringt sie den Duft ihres Speiseplatzes mit sich, und dem folgen später ihre Artgenossen. Zusätzlich besitzen Bienen am Hinterleib eine Drüse, aus der sie bei einer bestimmten Flugtechnik, dem Brauseflug, den Duftstoff Geraniol absondern. Den Brauseflug, dessen Name von den charakteristischen Flügelgeräuschen stammt, wenden Bienen vor allem an einem neu entdeckten Futterplatz an. Die Flügelbewegungen verteilen die Duftmoleküle des Geraniols effizient, und zusammen mit den auch optisch auffallenden Flügelbewegungen werden andere Bienen davon angelockt.
All dies hatte auch Karl von Frisch schon bemerkt - und wieder verworfen, nachdem die Tanzsprache in der Öffentlichkeit so großen Zuspruch gefunden hatte. "Mitte der dreißiger Jahre vertrat Frisch die Hypothese, Bienen fänden Futterquellen mit Hilfe des Geruchs", sagt Adrian Wenner. "Ein Jahrzehnt später wechselte er zu der Tanzsprache-Hypothese, weil sie aufregender war."
Wenners kompromisslose Kritik fordert jene Wissenschaftler heraus, die dem Schwänzeltanz noch immer einen hohen Informationsgehalt zugestehen. "Die Tatsache, dass nachfolgende Bienen die Signale nur selektiv wahrnehmen, ändert nichts an der Bedeutung dieser Signale", schreibt Axel Brockmann von der University of Illinois in einem kürzlich im Fachblatt Cell veröffentlichten Kommentar. Entschieden ist der Streit um den Schwänzeltanz noch nicht.
Dabei wollen auch diejenigen seiner Kollegen, die den Mythos des Schwänzeltanzes angreifen, Karl von Frisch trotz seiner Fehleinschätzung gut dastehen lassen. Viele Experimente hätten unter ziemlich unnatürlichen Bedingungen stattgefunden, sagt Christoph Grüter, und Jürgen Tautz ergänzt: "Damals gab es noch keine Videokamera mit Zeitlupenfunktion. Das erleichtert unsere Arbeit heute sehr." Zudem ist der Schwänzeltanz für Menschen viel markanter als geruchliche Signale der Bienen, da sei es nur natürlich, dass man sich auf den Tanz konzentriere.
Und kennt man nicht ähnliche Beispiele kolossaler Wissenschaftsirrtümer auch aus der Geschichte? Bis ins 16. Jahrhundert hinein verkündeten Zoologie-Lehrbücher, dass Fliegen vier Beine haben - dabei konnte jeder selbst nachzählen, dass es sechs sind. Trotzdem hielt sich der Irrtum mehr als anderthalb Jahrtausende lang. Die These von der vierfüßigen Fliege stammte immerhin von Aristoteles.

EuGH soll elementare Fragen zur Agro-Gentechnik klären

Ist Gentechnik im Honig verboten?


Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) mehrere Fragen zur Entscheidung vorgelegt, die von großer praktischer Bedeutung für den Schutz von Imkern und anderen Lebensmittelerzeugern vor ungewollten Verunreinigungen durch genetisch veränderte Organismen (GVO) sind.

In dem Rechtsstreit verlangen Imker von den bayerischen Behörden, Schutzmaßnahmen zu treffen, mit denen der Eintrag von Pollen des genetisch veränderten Maises MON 810 in ihre Imkereiprodukte verhindert wird. Geklärt werden sollen die Fragen, ob auch beim Honig eine Nulltoleranz von nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Konstrukten gilt und was überhaupt ein gentechnisch veränderter Organismus ist.

„Wir wollen erreichen, dass unzureichend oder überhaupt nicht geprüfte Gentechnik-Konstrukte im Honig nicht erlaubt sind und der Verursacher für Schäden haften muss“, so Imkermeister Thomas Radetzki. „Wenn das Gericht der Argumentation des Saatgutproduzenten Monsanto folgt, wären Vorsorgeprinzip und Verbraucherschutz, wie sie in der EU und im deutschen Recht verankerten sind, aufgehoben.“ Der Konzern will erreichen, dass auch nicht oder nur unzureichend zugelassene GV-Konstrukte in Lebensmittelnsmitteln zu finden sein dürfen.
„Die Anrufung des EuGH ist auch eine Ohrfeige an die deutschen Gentechnik-Behörden, die die Probleme der Imker durch seltsame Interpretationen des Rechts versuchen unter den Tisch zu kehren“, sagt Radetzki.

In der ersten Instanz hatte das Verwaltungsgericht Augsburg festgestellt, dass Honig durch den Eintrag von Pollen des Mais MON 810 - selbst bei geringsten Spuren - seine Verkehrsfähigkeit verliert („Nulltoleranz“). Der betroffene Imker Karl Heinz Bablok hatte infolge dieses Urteils seine gesamte Jahreshonigernte im September in der Müllverbrennung Augsburg entsorgt. „Imker und Bienen arbeiten das ganze Jahr. Landwirtschaft und Wildpflanzen brauchen uns für die Befruchtung. Ich begreife nicht, warum die Gentechnik wichtiger sein soll als die heimische Natur. Wenn es so weiter geht höre ich mit den Bienen auf“, so Bablok. Ein Drittel unserer Nahrung ist direkt oder indirekt auf Bestäubung durch Bienen angewiesen. Der volkswirtschaftliche Nutzen der Bienen wird in der EU auf etwa fünf Milliarden Euro geschätzt.
Dr. Achim Willand: „Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof erspart den Imkern mit diesem Beschluss einen langen Weg durch die Instanzen. Die aufgeworfenen Fragen haben für die gesamte Lebensmittelwirtschaft eine hohe Bedeutung.“

Anwalt des Bündnis
Dr. Achim Willand, Berlin
(Kanzlei Gaßner, Groth, Siederer)
Telefon (+49) 030-72610260
Mobil (+49) 0171-533 45 71
willand@GGSC.de

Vertreter des Bündnis
Imkermeister Thomas Radetzki
Vorstand des Vereins Mellifera e.V.
Telefon (+49) 07428-945 24 94
Mobil (+49) 0171-33 66 569
radetzki@mellifera.de

www.bienen-gentechnik.de
Download:
- Detaillierte Informationen
- Beschluss des Bayrischen VGH
- Juristische Bewertung der
Vorlagen an den EuGH

www.bienen-gentechnik.de ? Bündnis zum Schutz der Bienen vor Agro-Gentechnik

Mellifera e.V., Deutscher Berufs- und Erwerbsimkerbund, Demeter-Bund e.V., Bioland e.V., Bund Ökologischer Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Assoziation ökologischer Lebensmittel Hersteller (AÖL)

PMGVOHonigEUGH091103.pdf

Es zieht wieder Ruhe ein ins Imkerleben.

Denkste! Die Spätsommertracht ist sehr gut ausgefallen und geerntet. Erste Fütterung ist durchgeführt. Nun sind seit 2 Tagen die Nassenheider Verdunster im Einsatz und sollen mit 60% Ameisensäure die Varroa-Milbe bekämpfen. Eines meiner Völker ist so sehr stark befallen, dass es wahrscheinlich eingehen wird. Ich habe den letzten Drohnenrahmen nich geschnitten und so konnten sich die Milben sprunghaft vermehren. Man muß regelmäßig, sorgfältig nachsehen und handeln. In diesem Jahr war die Zeit sehr knapp für mich und die Bienen, da mit dem Familiennachwuchs auch die Familienpflichten zunehmen. Konseqenz ist auch bei den Bienen ein muß.
Jetzt kommt die Zeit der Gerätepflege und Saisonvorbereitung. Außerdem Honig abfüllen, etikettieren, Wachs umschmelzen, klären, Kerzen gießen. Marktstände planen (geht nur Wochenende), am Webshop basteln (kostet die Abende). u.u.u.
Immer was zu tun und das macht Spaß!

Imker und Wissenschaftler schlagen erneut Alarm:

Honigbienen verhungern mitten im Sommer. Die Landschaft ernährt ihre
Insekten nicht mehr.


Netzwerk Bluehende Landschaft
Küpfendorf-Steinheim, Darmstadt, Rosenfeld, 05. Aug. 2009

Die Honigbienen in Deutschland leiden mitten im Sommer an Futtermangel und würden verhungern, wenn sie nicht vom Imker mit Zuckerwasser am Leben erhalten würden. Der Futtermangel in der Natur ist dramatisch“ erklärt Imkermeister Günter Friedmann, Sprecher der biodynamischen Demeter Imker, Träger des Förderpreises ökologischer Landbau und Mitbegründer des Netzwerks Blühende Landschaft Beobachtungen an seinen eigenen Bienenvölkern und beunruhigende Meldungen von Imkerkollegen aus ganz Deutschland, veranlassen ihn, jetzt einen Alarmruf zu starten.. „Wenn nicht rasch ein Umdenken und ein neues Handeln in der Landwirtschaft erfolgt, werden wir stumme Sommer erleben - und sehen, dass die Bienen für die Bestäubung und damit auch für die Ernten unersetzlich sind“.
Friedmann ist seit 30 Jahren Berufsimker, aber „mit einer solchen Situation wurde ich noch nie konfrontiert“ betont er, “obwohl sich diese Entwicklung eigentlich seit mehreren Jahren anbahnt und auch zu den Bienenverlusten der letzten Jahre beigetragen hat“. Nach der Rapsblüte, Mitte bis Ende Mai, beginnt für die Bienen in vielen Regionen Deutschlands eine Zeit des Mangels und oft auch des Hungerns. Gerade in den Jahren, in denen es aus dem Wald keinen Honig zu gewinnen gibt, wird deutlich, dass auf den Feldern und Wiesen mittlerweile zu wenig blüht, um den Insekten ausreichend Nahrung zu bieten.
Verantwortlich für diesen Zustand ist nach Ansicht von Friedmann die sich immer weiter beschleunigende Intensivierung der Landwirtschaft. Insbesondere der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen und die Gewinnung von Biogas wirken sich besondes dramatisch aus. In vielen Regionen dominiere zudem der Maisanbau und die Wiesen werden zur Gewinnung von Silage jeweils vor der Blüte so oft gemäht, dass dort für blütenbesuchende Insekten nichts mehr zu holen ist.
Viel schlechter als den Honigbienen geht es Wildbienen und Schmetterlingen, deren Lobby zu klein sei. Direkt abhängig von den Insekten ist die Vogelwelt, die seit langem starke Rückgänge der Bestände verzeichnet. Imker Friedmann befürchtet für die Zukunft “stumme Sommer“.
Bestärkt wird er in dieser Ansicht von den Forschungen der Bienenwissenschaft. Professor Dr. Jürgen Tautz vom Biozentrum der Universität Würzburg bestätigt, dass sich sowohl durch die fehlende Menge als auch durch die mangelnde Vielfalt des noch vorhandenen Blütenangebotes die Fitness der Völker der Honigbienen zum Teil drastisch verschlechtert hat und „ein zu geringes und zu einseitiges Blütenangebot zur Schwächung und im Extremfall zum Zusammenbruch der Bienenvölker führt“.
Die Imker bringen Verständnis für die schwierige Situation der Landwirtschaft auf. Aber es sei „ doch eine absurde Situation, dass z.B. die Bauern immer größere Mengen an Milch zu immer niedrigen Milchpreisen produzieren müssen, und dass dadurch unsere Bienen verhungern“ so Friedmann. In dieser Situation ist die Politik gefordert, die steuernd eingreifen muss, damit die Entwicklung sowohl den Landwirten , als auch grundlegenden Bedürfnissen der Menschen und der Natur gerecht werden kann.

Netzwerk Blühende Landschaft
Koordination Holger Loritz Fax +49 (0)3212 1096988
info@bluehende-landschaft.de www.bluehende-landschaft.de



Erste Wanderung in die Kirschen

Am 17. April um ca 22 Uhr gings los. Mit meinem Freund Stefan, Prediger im basecamp in Prenzlau, lud ich meine 7 Völker auf einen Anhänger, um sie in Prenzlau auf die Kirschplantage vom Herrn Mielke wieder abzuladen. Mit Taschenlampen und unseren PKW Leuchten suchten wir uns die vorher festgelegte Stelle und setzten die Magazine dort vorsichtig auf die vom Hofeigener bereitgestellten Paletten. Nun fliegen Sie schon über eine Woche in 13 verschiedene Kirschsorten und leisten wertvolle Bestäubungsarbeit.
Leider blüht dieses Jaht auch der Raps sehr früh, was es mir mal wieder, wegen Zeitmangel, unmöglich macht, Honig der Sorte Obstblüte zu ernten. Dafür war zu beobachten, dass in Schwaneberg der Raps noch nicht so weit ist wie in Prenzlau und sich somit meine Rapstracht verlängert. Mal sehn wie´s wird.
Futter ohne Ende
Emsiges Treiben-volle Honigeimer

Genmaisverbot !!

Landwirtschaftsministerin Aigner verbietet Genmais !!!

"Wurde ja auch Zeit. Trotdem, Danke !"

Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat den Anbau der umstrittenen Genmais-Sorte MON 810 in Deutschland verboten. Das erklärte die CSU-Politikerin am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Berlin. Der kommerzielle Anbau von MON 810 ist seit 1998 in der Europäischen Union zugelassen. Aigner hatte Studien des Bundesamts für Naturschutz, des bundeseigenen Julius-Kühn-Instituts und der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft über mögliche Gefahren von gentechnisch verändertem Saatgut für die Umwelt geprüft. Ihr lag auch ein Bericht von Monsanto vor, demzufolge der Gentechnik-Konzern keinerlei Grund für ein Verbot sieht. Ende des Monats stünde die Aussaat bevor.
Neben Ungarn und Österreich haben Frankreich und Griechenland die Verwendung des Genmaises schon verboten. Der amerikanische Agrar-Konzern Monsanto hat Klagen angekündigt. Ziel sei es, noch in diesem Jahr den Landwirten den Anbau zu ermöglichen, die MON 810-Saatgut bereits gekauft hätten.

In den Mais ist ein Gen gegen den Schädling Maiszünsler – einen Schmetterling – eingebaut.
Gentechnikgegner hatten in der Vergangenheit immer wieder Anbauflächen angegriffen und teilweise zerstört, da sie befürchten, dass auch andere Tiere vernichtet werden und sich das Gift im Boden anreichern könnte. Deshalb hatten die Landwirte für 2009 ohnehin schon weniger Flächen angemeldet, auf denen sie den umkämpften Mais aussähen wollen. 3700 Hektar gegenüber 4500 im Vorjahr.

Die Auswirkungen des nur geringen Genmaisanbaus seien schon jetzt drastisch und teuer - zum Beispiel bei Biomais, wo extra Untersuchungen für die garantierte Gentechnikfreiheit durchgeführt werden müssten. Imker in Süddeutschland fuhren ihren Honig in die Müllverbrennungsanlage, da Pollen der Maissorte darin gefunden wurden.

Bleibt zu hoffen, dass dies der Anfang einer Trendwende in der Landwirtschaft ist, und wir noch viele weitere Schritte dieser Art in Richtung Umwelt-u. Lebensraumverbesserung erleben werden.

Erste Durchsicht 2009

Heute bin ich dazu gekommen, mal einen Blick in die Völker zu werfen. Ich bin freudig überrascht, wie stark die schon entwickelt sind. Die Einzargigen sind so voll, dass sie bald ´ne Erweiterung brauchen. Ein Zweizargiges war trotz gutem Wetter schon fast trocken (Futter alle!). Da hab ich noch rechtzeitig ein Paar Baurahmen voll Honig vom letzten Jahr eingehängt. (Die hab ich vergessen, auf den Ständen verkosten zu lassen. Zuviel Wabenhonig produziert.)
Ich hoffe, dass die Bienen sie leer machen und die Königin diese bestiftet (Eiablage) und die sich daraus entwickelnde Drohnenbrut gleich die eventuell vorhandenen Milben anzieht. Drohnenbrut ist eine gute Milbenfalle. Die "Baurahmen" müssen mehrmals im Jahr eingehängt werden, um dann später, nach Verdeckelung der Brut, ausgeschnitten zu werden, damit die Milbenpopulation gedämpft wird.
Falls das Wetter wieder kühler wird, ist erneutes Zufüttern angesagt. Dazu verdünnen wir alten, verflüssigten Honig mit Wasser. Umweltbeobachtung ist alles!
Ein Volk ist drohnenbrütig, heißt, keine Arbeitsbienen werden schlüpfen. Ich konnte weder eine tote, noch einen lebende Königin entdecken. Ich muß mich erst mit meinem Opa und Mentor beraten, was in diesem speziellem Fall zu tun ist. Mal sehn!
Ansonsten freu ich mich auf den Sommer. Ich will dieses Jahr in eine Kirschplantage wandern, um bei der Bestäubung zu helfen. Mal sehn, wann das losgeht. Hoffentlich vor dem Raps!

Wenn Bienen sterben ..

vor Hunger, sieht das echt elend aus. Ich habe heute so einen Fall gesehen und erlöst. Ein spät (30.06) gebildetes Ablegervölkchen wurde, direckt nach der Umhängung (17.07) in ein Magazin mit Futterwaben gestärkt und wohl am selben Abend noch trotz Fluglochverengung komplett ausgeräubert. Es muß grausam gewesen sein und tat mir echt leid, Bienen so sehen zu müssen. (Bilder hab ich keine gemacht.)
Es war auch viel zu spät. Ende Juni werde ich keine Ableger mehr machen. Die werden nichts mehr und sind im nächsten Frühjahr auch sicherlich zu schwach.