Sicherheit bei der Anwendung von Varroaziden ist wichtig – denn was nützt den entmilbten, gesunden Bienen ein behandlungskranker Imker?
Dass Varroabekämpfung zum Erhalt der Leistungsfähigkeit eines Bienenvolkes und der eigenen Imkerei beiträgt, sieht wohl jeder Imker ein. Beim Wann? und Wie? gibt es dagegen die unterschiedlichsten Ansichten und Verfahren. Neben den zugelassenen Mitteln wie Apiguard, Apilife var, Ameisensäure 60% ad us. Vet., 15%ige Milchsäure ad us. Vet. und Oxuvar existieren noch viele Selbstbau-Lösungen, die Thymol, Ameisen-, Milch- oder Oxalsäure in die Völker und an die Milben bringen sollen. Verdunsten, Verdampfen, Sprühen und Träufeln sind die Grundlagen aller chemischen Bekämpfungsverfahren. Die Anwendersicherheit wird vom Imker oft bewusst oder unbewusst missachtet, Routine im Anwenden einzelner Substanzen trägt hierzu sicherlich nicht unwesentlich bei, Unfälle werden geradezu provoziert.
Was muss ich generell beachten?
Organische Säuren (Ameisen-, Oxal- und auch Milchsäure) sind ätzend! Daher sind Imkerhandschuhe aus Leder für alle Arten der Anwendung ungeeignet.
Bei der Vorbereitung und während der Behandlung chemikalienbeständige (säurefeste) Handschuhe, dicht anliegende Schutzbrille und Atemschutzmaske (EN 149, beim Abwiegen von Oxalsäurekristallen: Atemschutzvollmaske mit Partikelfilter P2 oder P3) tragen. Einweg-Staubschutzmasken aus dem Baumarkt sind gänzlich ungeeignet.
Immer ausreichend Wasser (mind. 5 Liter) bereithalten, Säurespritzer sofort mit viel Wasser ab- und auswaschen.
Säurebehältnisse genau beschriften. Wegen möglicher Verwechslungsgefahr keine Lebensmittelbehälter (Sprudelflaschen etc.) zur Aufbewahrung der Säure verwenden und für Kinder unerreichbar unter Verschluss aufbewahren.
Nur gebrauchsfertige Lösungen (ad us. Vet.) kaufen und nach Beipackzettel verwenden.
Beim Umgang mit Chemikalien generell nicht essen, trinken oder rauchen, anschließend Hände ausgiebig waschen.
Alle Arbeitsgeräte nach Gebrauch sorgfältig reinigen.
Benetzte Kleidungsstücke umgehend unter Verwendung von Handschuhen und Mundschutz in der Waschmaschine waschen.
Spezielle Hinweise für die von uns bevorzugte Ameisensäure
Sie verursacht starke Verätzungen der Haut, mit schlecht heilenden Wunden, starke Gefährdungen liegen auch für die Augen und den Atmungstrakt vor. Deshalb Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Säuren beachten. Bei Befüllungen und Anwendungen immer Wasser und Augenwaschflasche bereithalten. Niemals Trinkgefäße mit Ameisensäure befüllen! Bienenhäuser gut belüften.
Notfallmaßnahmen (Erste Hilfe)
Durch Säuren oder Perizin benetzte Haut sofort mit reichlich sauberem Leitungswasser intensiv abspülen. Bei Augenverätzungen eine Augenwaschflasche (erhältlich in Apotheken) mit steriler isotoner Kochsalzlösung verwenden, reichlich spülen, unverzüglich einen Arzt aufsuchen! Verunreinigte Kleidung, auch Unterwäsche, ist sofort abzulegen.
Mit Freundlicher Genehmigung des
Deutschen Bienenjournals